HEILTROMMELN

Trommeln ist für mich eine wundervolle Art und Weise mit meiner Seele in Kontakt zu sein, in die Tiefe meiner Seele einzutauchen, ganz bei mir und in mir zu sein - und das ist für mich einfach heilend.

Die Trommel ist der Herzschlag der Mutter Erde.

 

Schon bei den Naturvölkern wurde das Trommeln als magisch angesehen, als Zugang und Verbindung zur Seele. Die Trommel begleitet seit jeher feierliche Zeremonien, Zusammenkünfte und Heilrituale, die der Stärkung und Aktivierung der Selbstheilungskräfte dienen. Der Ur-Rhythmus gleicht dem Herzschlag und wirkt beruhigend, entspannend und erdend.

Einfach zur Ruhe kommen, Alltagsgedanken loslassen, sich treiben lassen im Getragen sein. Ein eigenes Gefühl und Gespür für sich Selbst wieder (neu) entdecken. Trommeln oder sich betrommeln lassen und den Rhythmus und die Schwingungen in sich aufnehmen. Der Klang der Trommel führt nach innen, tröstet, heilt und stärkt.

 

Das wunderschöne an der Trommel ist, sie darf einfach ganz intuitiv gespielt werden. Der Seele freien Lauf lassen. Es ist immer wieder ein erstaunliches Klang- und Gefühlserlebnis wie harmonisch alles zusammenfließt und wieder ein Ganzes ergibt.


Auszug aus "Hüter der Trommel" von Richard Wagamese.

 

"Die Trommel ist der Herzschlag der Mutter Erde. Wir Indianer benutzen die Trommel, um uns mit diesem Herzschlag zu verbinden. Er ist immer da, aber wir Menschen sind oft zu beschäftigt um hinzuhören.

 

Darum beginnen wir unseren Tag damit, uns dem Herzschlag des Universums anzuschließen. Machen uns zu einem Teil davon. Der Grund ist ganz einfach. Versteht ihr, wenn wir kleine Babys sind und im Innern unserer Mütter rumschaukeln, ist das Einzige, was wir hören, ihr Herzschlag. Dieses Bumm-bumm, bumm-bumm umgibt uns die ganze Zeit, solange wir da in der Dunkelheit sind. Das ist alles, was wir hören können. Wir treiben ganz schwerelos und fühlen uns warm und sicher und dieser Herzschlag, der da trommelt, gibt uns noch mehr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Darum weinen wir, wenn wir in die Welt rausgeschickt werden, weil der Laut plötzlich wie abgeschnitten ist und wir kriegen Angst. Alles, was wir dann hören, sind die lärmenden Geräusche der Welt. Das hört sich Furcht einflößend an, wenn man an die Dunkelheit und das Bumm-bumm gewöhnt war.

 

Je länger wir auf dieser Welt sind, umso mehr vergessen wir diesen Herzschlag und wie wir uns gefühlt haben, als wir ihn hören konnten. Wir gewöhnten uns an den Klang der Dinge hier. Manchmal hören wir die Vögel oder das Wasser oder sonst irgendwas Schönes um uns rum und auf einmal fühlen wir uns gut. Friedvoll. Ganz ruhig innerlich, weil wir nämlich unser ganzes Leben lang ein Echo von dem Herzuschlag in uns tragen und diese schönen Geräusche erinnen uns daran. Manchmal kommen sie ihm nah, aber es ist nie wirklich dasselbe. Unsere Ohren vergessen, wie dieser Herzschlag klingt, aber unser Inneres vergisst das nie. Diese Geräusche kommen ihm manchmal ziemlich nah, weil es der Herzschlag der Mutter Erde ist, den wir um uns rum spüren.

 

Darum gebrauchen wir die Trommel am Morgen. Wir hören sie und erinnern uns dran, wie wir uns in der Dunkelheit gefühlt haben, als wir klein waren. Und sie erinnert uns auch dran, dass wir der Mutter Erde verbunden bleiben müssen, denn dann können wir uns auch ganz sicher und geborgen fühlen. Es erinnert uns dran, mal innezuhalten und auf den Herzschlag zu lauschen, der auch jetzt noch um uns rum ist. Darum benutzen wir sie. Nicht für unsere Ohren, sondern für unser Inneres. Wir müssen lernen von unserm Innern aus zu leben. Die Trommel lehrt uns das, wenn wir wissen, wozu sie da ist.

 

Sie hilft uns im Gleichgewicht mit der ganzen Welt zu leben."

 

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